Wie viel darf eigentlich in Dein Auto? Die meisten wissen es nicht – und die Zahl, auf die sie sich verlassen würden, stimmt oft nicht. Für diese Sendung habe ich mir von einem Waagen-Hersteller ein geeichtes Radwaagen-Set geben lassen und 28 Testwagen daraufgestellt. Das Ergebnis: 25 von 28 waren schwerer, als es in der Preisliste steht. Im Schnitt fehlen dadurch 55 Kilo Zuladung, zwölf Prozent. Spitzenreiter ist der KGM Tivoli mit 151 Kilo Mehrgewicht, der Audi A6 Avant verliert 135 Kilo – das ist ein kompletter zweiter Erwachsener samt Gepäck, der laut Prospekt noch mitgedurft hätte. Und alle neun Elektroautos in meiner Liste verlieren Zuladung. Alle.
Ein Skandal ist das nicht, eher Systematik. Das Leergewicht in der Preisliste ist nach EU-Norm die „Masse in fahrbereitem Zustand“: Fahrer mit pauschal 75 Kilo, Kraftstoff bei 90 Prozent Tankfüllung, Betriebsflüssigkeiten und Standardausrüstung – gemessen in der Basiskonfiguration, ohne Optionen. Gewogen wird dabei nichts, der Hersteller rechnet den Wert aus. Dazu kommt eine Fertigungstoleranz von drei Prozent, die die EU bei normalen Pkw erlaubt. Völlig legal. Nur wächst das zulässige Gesamtgewicht in Deinem Fahrzeugschein um kein einziges Gramm mit – jedes Kilo mehr auf der Waage frisst Deine Zuladung, und das Risiko gehört Dir.
Wer es für sein eigenes Auto genau wissen will, findet im CoC-Papier unter Ziffer 13.2 die tatsächliche Masse des konkreten Fahrzeugs, inklusive aller bestellten Optionen. Praktisch wird das beim klassischen Ski-Urlaub: vier Erwachsene, 80 Kilo Gepäck, Dachbox mit Skiern – zusammen 368 Kilo. Nach Herstellerangaben schaffen das 22 der 28 Autos, nach der Waage nur noch 18. Fünf Autos kippen allein durchs Nachwiegen von „passt locker“ auf „überladen“. Und Überladung ist keine Lappalie: Bußgeld, Punkt in Flensburg, Weiterfahren erst nach dem Abladen auf dem Standstreifen. An der Luegbrücke auf der Brennerautobahn liegen die Waagen längst in der Fahrbahn und leiten zu schwere Fahrzeuge automatisch zur Kontrolle aus. Dazu gibt es wie immer die Car-News aus aller Welt.
Nachstehende Quellen habe ich für meine Recherche genutzt:
Eigene Messreihe – alle 28 Waage-Videos (sortiert nach Hersteller und Modell)
- Audi A6 Avant edition one TFSI quattro 270 kW S tronic (C9)
Zuladung laut Hersteller 570 kg, real 435 kg (−135 kg). - Audi SQ6 e-tron edition one blue quattro (GF)
Zuladung laut Hersteller 540 kg, real 432 kg (−108 kg). - BMW 520d Touring M Sportpaket G61
Zuladung laut Hersteller 565 kg, real 518 kg (−47 kg). - BMW M2 Coupé M Steptronic (G87)
Zuladung laut Hersteller 350 kg, real 344 kg (−6 kg). - BMW X1 sDrive20i xLine Steptronic (U11)
Zuladung laut Hersteller 495 kg, real 441 kg (−54 kg). - BYD Dolphin Surf Boost
Zuladung laut Hersteller 344 kg, real 258 kg (−86 kg). - Citroen C3 MAX Turbo 100
Zuladung laut Hersteller 394 kg, real 350 kg (−44 kg). - Dacia Bigster hybrid 155 Journey
Zuladung laut Hersteller 446 kg, real 409 kg (−37 kg). - Fiat Grande Panda Elektro La Prima
Zuladung laut Hersteller 431 kg, real 420 kg (−11 kg). - KGM Tivoli 1.5 GDI-T Lux 2WD Automatik
Zuladung laut Hersteller 502 kg, real 351 kg (−151 kg). - Kia EV4 81,4 kWh Earth (CT1)
Zuladung laut Hersteller 384 kg, real 363 kg (−21 kg). - Kia Sportage 1.6 T-GDI DCT AWD GT-line Facelift
Zuladung laut Hersteller 578 kg, real 470 kg (−108 kg). - KIA Xceed 1.6 T-GDI DCT Nightline Edition
Zuladung laut Hersteller 471 kg, real 404 kg (−67 kg). - Leapmotor B10 BEV Pro Max Design
Zuladung laut Hersteller 445 kg, real 364 kg (−81 kg). - Lotus Emira 2.0 Turbo SE Automatik (Type131)
Zuladung laut Hersteller 290 kg, real 195 kg (−95 kg). - Mazda CX-60 e-Skyactiv D 254 AWD Homura Plus
Zuladung laut Hersteller 491 kg, real 428 kg (−63 kg). - Mazda3 5-Türer TAKUMI e-SKYACTIV X 186 MT6 FWD
Zuladung laut Hersteller 448 kg, real 433 kg (−15 kg). - Mazda6e EV Takumi Plus (GN)
Zuladung laut Hersteller 350 kg, real 302 kg (−48 kg). - Mercedes-Benz C 220 d 4MATIC T-Modell AMG Line Premium
Zuladung laut Hersteller 505 kg, real 446 kg (−60 kg). - Mercedes-Benz CLA Coupé 250+ EQ Progressive (C174)
Zuladung laut Hersteller 455 kg, real 399 kg (−56 kg). - MG3 Hybrid+ Luxury
Zuladung laut Hersteller 383 kg, real 385 kg (+2 kg — mehr als angegeben). - Mitsubishi ASX 1.8 Hybrid Diamant Top
Zuladung laut Hersteller 397 kg, real 375 kg (−22 kg). - Renault 4 E-Tech Iconic 150 Comfort Range (P01)
Zuladung laut Hersteller 443 kg, real 347 kg (−96 kg). - Renault Austral Esprit Alpine Mild Hybrid 150 Automatik (RHN)
Zuladung laut Hersteller 455 kg, real 387 kg (−68 kg). - Skoda Enyaq Coupé 85 (NY)
Zuladung laut Hersteller 411 kg, real 400 kg (−11 kg). - Subaru Impreza 2.0ie Platinum Lineartronic (G6)
Zuladung laut Hersteller 501 kg, real 426 kg (−75 kg). - Toyota C-HR 2.0 Plug-In Hybrid Teamplayer (X20)
Zuladung laut Hersteller 360 kg, real 384 kg (+24 kg — mehr als angegeben). - Toyota Prius Plug-in Hybrid Advanced
Zuladung laut Hersteller 315 kg, real 318 kg (+3 kg — mehr als angegeben).
Rechtslage: Leergewicht & Toleranz
- Durchführungsverordnung (EU) 2021/535 (konsolidierter Volltext, EUR-Lex)
Anhang XIII Teil 2: Definition der „Masse in fahrbereitem Zustand“ (Abschn. A Nr. 1.3: Tank zu mind. 90 % gefüllt, inkl. Fahrzeugführer; Nr. 1.19: Fahrer mit 75 kg) sowie die zulässigen Abweichungen (Abschn. G Nr. 2.2: ±3 % bei Pkw der Klasse M, ±5 % nur bei Fahrzeugen mit besonderer Zweckbestimmung wie Wohnmobilen). - Verordnung (EU) 2018/858, Artikel 31
„Übereinstimmung der Produktion“ – die behördlichen Stichproben-Nachprüfungen, auf die sich die 5 %-Klausel in Anhang XIII Abschn. G bezieht. - Richtlinie 92/21/EWG – Massen und Abmessungen der Klasse M1
Ursprung der pauschalen Fahrermasse: 75 kg, aufgeteilt in 68 kg Person + 7 kg Gepäck (nach ISO 2416); die UNECE-Regelwerke führen diese Aufteilung bis heute wörtlich. - Statistisches Bundesamt – Körpermaße der Bevölkerung (Mikrozensus 2025)
Der reale Durchschnittsmensch in Deutschland wiegt 78,3 kg (Männer 86,5, Frauen 69,7) – gut 10 kg mehr als der 68-kg-Normfahrer der EU-Rechnung. - Hymer – Rechtliche Hinweise zu gewichtsbezogenen Angaben
Rechtlich geprüfte Erläuterung der ±5 %-Toleranz für Wohnmobile (Fahrzeuge mit besonderer Zweckbestimmung), mit Rechenbeispiel. - Dethleffs – Gewichte ABC
Zweitbeleg zur Wohnmobil-Toleranz als Fertigungstoleranz nach DVO (EU) 2021/535 (zuvor VO (EU) 1230/2012). - ADAC – Auto und Anhänger überladen? So schnell kann das passieren!
Wo Leergewicht (Feld G) und Gesamtmasse (F.1/F.2) im Fahrzeugschein stehen, Beispielrechnung zur knappen Zuladung und technische Risiken der Überladung.
Überladung: Bußgeld & Versicherung
- Bußgeldkatalog – Überladung bei Pkw und Anhänger
Bußgeldstaffel für Kfz bis 7,5 t (10 € ab 5 % bis 235 € + 1 Punkt ab 30 %) und die Regel, dass erst nach dem Abladen weitergefahren werden darf. - KS/AUXILIA – Überladung: Strafen, Toleranzen & Bußgelder
Rechtsgrundlage § 34 StVZO, Einordnung als Ordnungswidrigkeit sowie Versicherungsfolgen (Kasko-Kürzung, bis 5.000 € Haftpflicht-Regress bei mitursächlicher Überladung).
Wiegepraxis Österreich & Schweiz
- promobil – Überladung: Strafen in Deutschland und im Ausland
Österreich: ab ca. 15 % Überladung Verwaltungsstrafverfahren, im Einzelfall bis 5.000 € – der Aktualitätsanker des Beitrags. - TCS – Überladung von Wohnmobil oder Wohnwagen
Schweizer Ordnungsbussen-Staffel (100 CHF bis 100 kg, 200 CHF unter 5 %, darüber Verzeigung) inkl. 3 % Messtoleranz. - Beobachter – Auto überladen: hohe Busse?
Zweitbeleg Schweiz: über 5 % Übergewicht erlässt die Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl, Busse nach Verschulden und finanziellen Verhältnissen („nach Einkommen“). - PiNCAMP (ADAC) – Überladung von Wohnmobilen vermeiden
Bußgeld-Größenordnungen für Italien (41 bis ca. 1.700 €), Frankreich (135–750 €, Weiterfahrtsverbot ab 5 %) und Dänemark (prozentweise, Halter zahlt doppelt). - Campofant – Wohnmobil überladen: Strafen im In- und Ausland
Schwedische Staffel (ab 20 % ≈ 250 €, ab 30 % ≈ 300 €, ab 40 % ≈ 400 €) und Vergleichswerte für Frankreich/Italien. - Norwegen-Journal – Gewichtskontrollen in Norwegen
Statens vegvesen kontrolliert an festen Wiegestationen; Grundgebühr ~2.200 NOK (≈ 190 €) plus Aufschlag, sofortiges Abladen vor der Weiterfahrt. - promobil – Fahrbahnwaagen am Brenner (Luegbrücke)
In die rechte Fahrspur eingelassene Waagen wiegen während der Fahrt; zu schwere Fahrzeuge werden automatisch zur Kontrollstelle ausgeleitet – mind. ~230 € für überladene Wohnmobile. - auto motor und sport – Gewichtskontrolle am Brenner
Zweitbeleg zur automatischen Wiegung an der Luegbrücke (A13): Doppelstrafe aus Spurverstoß (ab 90 €) und Überladung (ab 140 €), ASFINAG-Kontrollstellen mit Polizei-Nachwiegung.
Pressekodex & Nachmess-Praxis
- Deutscher Presserat – Pressekodex
Ziffer 2 (Sorgfalt) im Wortlaut – der Aufhänger des Beitrags; ein Zwei-Quellen-Gebot steht dort nicht. - auto motor und sport – Die Tücken der Leistungsmessung
Der Musterfall Porsche 911 Turbo S (607 statt 560 PS): richtig gemessen, aber wegen doppelter Höhenkorrektur falsch gerechnet – warum Nachmessen Fachwissen braucht. - Dyno-Leistungsmessung (SMA-Tuning) – Preise
Einzel-Leistungsmessung inkl. Protokoll für 150 € – Beleg, dass der Preis nicht die Hürde ist. - Chip4Power – Leistungsmessung
Zweiter Anbieter-Beleg: Leistungsmessung üblich für 199–249 €. - promobil – Gewichtsangaben bei Wohnmobilen: Wird hier geschummelt?
Gegenprobe: 27 nachgewogene Wohnmobile, 19 davon leichter als angegeben – wo regelmäßig nachgewogen wird, halten die Herstellerangaben.
Die folgenden Zusammenfassungen der Quellen wurden mit Hilfe von KI/AI erstellt. Gemäß EU AI Act Artikel 50 kennzeichnen wir sie als „AI generated“.
Car-News
[Paywall] Schlechte Zahlungsmoral: Händler von Xpeng und BYD warten monatelang auf ihr Geld
Händler von Xpeng und BYD berichten von monatelangen Verzögerungen bei Zahlungen. Offene Forderungen belaufen sich auf mehrere hunderttausend Euro pro Standort. Trotz steigender Zulassungszahlen in Europa sind viele Händler unzufrieden und setzen Expansionspläne aus. Hersteller Xpeng und BYD arbeiten an Lösungen zur Verbesserung der Zahlungsmoral.
Zahl der Neufahrzeuge unter 20.000 Euro sinkt deutlich
Aktuell sind auf dem deutschen Markt nur noch 16 Neuwagen unter 20.000 Euro erhältlich. Vor fünf Jahren waren es noch 35 Modelle. Kein deutsches oder japanisches Fahrzeug befindet sich unter diesen 16 Modellen. Der VW Polo ist mit 20.380 Euro das günstigste deutsche Auto. Die Preise für Neuwagen sind insgesamt gestiegen.
Zehn Jahre Keyless-Test: Oft noch unsicher
Der ADAC testet seit zehn Jahren die Sicherheit von Keyless-Systemen in Fahrzeugen. Über 850 Modelle wurden untersucht. Fast die Hälfte der Fahrzeuge kann mit verlängertem Funksignal geöffnet werden. Der ADAC fordert, dass alle Hersteller ihre Systeme zeitgemäß absichern. Verbraucher sollten beim Kauf nachfragen.
Chery’s Luxeed RX started presales in China to take on Xiaomi YU7
Der Luxeed RX, ein sportlicher Elektro-Crossover von Chery und Huawei, hat in China die Vorbestellungen zu Preisen ab 299.800 Yuan begonnen. Das Fahrzeug bietet eine Reichweite von bis zu 852 km und konkurriert mit dem Xiaomi YU7 und dem Voyah Passion S. Der RX verfügt über innovative Technologien und ein neues Design.
Hyundai holt Ikonen ins Auto: Vom Pony bis Snoopy
Hyundai bringt mit neuen Display Themes das Pony und die Peanuts ins digitale Cockpit. Diese Themes sind für die Modelle IONIQ 6, IONIQ 6 N, IONIQ 9 und STARIA Elektro über den Bluelink Store erhältlich. Sie bieten personalisierte Grafiken und Animationen, die das Fahrerlebnis individueller gestalten.
LYNK & CO 08 stellt Vielseitigkeit auf einer mehr als 3.200 Kilometer langen Wüstenexpedition unter Beweis
Der Lynk & Co 08 war offizielles Expeditionsfahrzeug der QUEST DAKAR 2026 und absolvierte eine 3.200 Kilometer lange Strecke durch Marokko, Mauretanien und Senegal. Dabei zeigte er seine Vielseitigkeit, Reichweite und Komfort unter realen Bedingungen. Die Expedition förderte zudem gesellschaftliche Verantwortung und regionalen Dialog.
Dream-Team perfekt: Rekordsieger Mitch Evans kommt ins Opel GSE Formula E Team
Mitch Evans, der erfolgreichste Fahrer in der Geschichte der Formel E, wird ab der Saison 2026/27 für das Opel GSE Formula E Team antreten. Gemeinsam mit Rookie Théo Pourchaire soll er Opels Ambitionen untermauern, in der ABB-FIA-Formel-E-Weltmeisterschaft um Siege zu kämpfen. Evans bringt 16 Siege und zehn Jahre Erfahrung mit.
Meine Empfehlung des Tages (s01e30)
Podcast: Werkstatt Insider bei YouTube
Was verschleißt wirklich beim Elektroauto? Werkstatt Insider Podcast mit Michael Dittmar aus Bochum
Im Podcast wird besprochen, welche Teile bei Elektroautos verschleißen. Während Elektroautos weniger Wartung benötigen, gibt es dennoch Verschleiß durch Nichtbenutzung, wie bei Bremsen. Auch Reifen und Fahrwerkskomponenten sind betroffen. Der Podcast diskutiert zudem die Komplexität von Thermomanagement und Kühlkreisläufen.

