Video-Kaufberatung vom 01.02.2026 - Testwagen: 2026 Kia EV4 81,4 kWh Earth (CT1), Verbrauch laut Hersteller: 14.6 kWh/100 km, 0 auf 100 km/h: in 7.7 sec, V-Max: 170 km/h, Getriebe: 1-Gang Reduktionsgetriebe, Preis Testwagen: ca. 52.150 Euro

Der Testwagen in dieser Kaufberatung heißt vollständig 2026 Kia EV4 81,4 kWh Earth (CT1), die kurze Bezeichnung lautet Kia EV4 Earth. Und ja, der Kia EV4 ist ein Auto, das im Alltag vor allem eines sein will: angenehm unaufgeregt. Kein Krawall, kein Look at me um jeden Preis, stattdessen ein kompaktes Elektroauto, das sich wie ein ziemlich erwachsenes Gesamtpaket anfühlt.

Vom Format her gehört der Kia EV4 klar in die Kompaktklasse, gerne auch Golfklasse genannt. Er steht als Fünftürer da, auch wenn man ihn auf den ersten Blick vielleicht für einen Kombi halten könnte. Die Abmessungen sind konkret: 4,43 Meter Länge, 1,86 Meter Breite (und von mir gemessen 2,10 Meter mit Außenspiegeln), 1,49 Meter Höhe. Der Radstand liegt bei 2,82 Metern, die Bodenfreiheit bei 140 Millimetern. Der Wendekreis beträgt 10,90 Meter. Das Leergewicht des Fahrzeugs liegt bei 1.971 Kilogramm.

Angetrieben wird der Kia EV4 Earth in dieser Konfiguration von einem Elektromotor an der Vorderachse. Es handelt sich also um Frontantrieb, kombiniert mit einem 1 Gang Reduktionsgetriebe. Die Leistung beträgt 150 kW (204 PS), das maximale Drehmoment liegt bei 283 Nm. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h schafft der Kia EV4 laut Daten in 7,7 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 170 km/h.

Das Herzstück dieses Testwagens ist der große Akku. Die Akku Kapazität beträgt 81,4 kWh. Der WLTP Verbrauch ist mit 14,6 kWh pro 100 km angegeben, die WLTP Reichweite mit 625 km. Im Winterbetrieb und über rund 1.000 Kilometer war mein Praxiswert deutlich höher. Nach 967 km lag ich bei einem Durchschnittsverbrauch von 19,8 kWh/100 km, gefahren bei Temperaturen rund um den Gefrierpunkt, also etwa im Bereich minus 5 bis plus 5 Grad, mit einem Mix aus einem Drittel Urban und zwei Drittel Autobahn sowie Autobahntempo teils schneller als 130 km/h. Das ist ein wichtiger Hinweis: Der Kia EV4 kann sehr effizient sein, er kann im Winter aber auch deutlich mehr Energie nehmen als die Prospektzahl vermuten lässt. Die Wahrheit liegt wie so oft im Profil, im Wetter und im rechten Fuß.

Beim Laden gibt es ebenfalls klare Eckdaten. Der Ladeport sitzt vorne rechts am Fahrzeug. Am AC Lader nimmt der Kia EV4 maximal 11 kW. Für den Bereich 10 Prozent bis 100 Prozent werden 7 Stunden 15 Minuten genannt. Eine 22 kW Option gibt es nicht. Am DC Schnelllader sind maximal 128 kW möglich, die Ladung von 10 Prozent auf 80 Prozent soll 33 Minuten dauern. Das ist nicht rekordverdächtig, aber je nach Nutzungsprofil absolut alltagstauglich. Dazu kommt: Eine Wärmepumpe ist nicht serienmäßig, unser Testwagen hat sie optional an Bord. Und wie bei Kia üblich ist Vehicle to Load möglich, also Strom aus dem Fahrzeugakku entnehmen. Den passenden Adapter, den sprichwörtlichen Knochen, hatte ich im Kofferraum dabei.

Preislich wird es für viele Leserinnen und Leser besonders spannend. Der Basispreis für den Kia EV4 liegt bei 37.590 Euro. Der hier gefahrene Kia EV4 Earth mit großem Akku startet in der mittleren Ausstattungslinie ohne weitere Optionen bei 45.540 Euro, der Preis des Testwagens lag durch Vollausstattung bei ca. 52.150 Euro. Wenn du rund um diesen Preis mal in der Realität schauen möchtest, ob und wie sich das als Leasing abbilden lässt: Willst du die aktuellen Leasing Angebote zum Kia EV4 sehen, findest du sie hier bei LeasingMarkt.de: https://log42.com/l/ev4 (Affiliate-Link). Direkt zur Transparenz: Das ist ein Affiliate Link, wie gewünscht.

Und weil es nicht nur ums Reden, sondern auch ums Nachschauen geht: Die Konfiguration genau dieses Testwagens ist als PDF hinterlegt, damit du die Ausstattung nachvollziehen kannst. Hier findest du die PDF zur Konfiguration: https://ausfahrt.tv/wp-content/uploads/2026/01/kia-configurator-EV4-Earth-20260129.pdf

Zur Einordnung der Modellhistorie und Herkunft: Der Kia EV4 wurde Anfang 2025 erstmals vorgestellt. Gebaut wird das Fahrzeug in Europa im Werk in der Slowakei, in Žilina. Und beim Thema Sicherheit kann ich ebenfalls etwas Konkretes nennen: Der Kia EV4 wurde 2025 beim Euro NCAP Crashtest vorstellig und hat fünf von fünf Sternen erhalten.

Außerdem ein Ausblick, weil er in der Kaufentscheidung oft mitschwingt: Zum Zeitpunkt meiner Fahrt gibt es den Kia EV4 aktuell nur mit dieser Motorisierung. Im Laufe des Jahres 2026 soll zusätzlich ein EV4 GT kommen, dann mit zwei Elektromotoren, also Allradantrieb, und einer Systemleistung von 215 kW (292 PS).

Mitbewerber des Kia EV4

In der Kompaktklasse der Elektroautos ist die Auswahl groß. Die nachfolgenden Modelle sind deshalb nur eine selektive Auswahl von Mitbewerbern, es gibt selbstverständlich noch zahlreiche weitere Fahrzeuge, die man je nach Preis, Reichweite, Ladeverhalten, Platzangebot und persönlichem Geschmack ebenfalls vergleichen kann.

Als erster Mitbewerber steht der Opel Astra Electric im Raum. Er kostet laut den von mir genannten Daten aktuell in der Basis mit einer 54 kWh Batterie 37.990 Euro. Ein Facelift ist in Aussicht, dann soll die Batterie um 4 kWh wachsen, Preise waren zum Zeitpunkt der Aufnahme noch nicht bekannt. In der Länge ist der Astra Electric rund 6 cm kürzer als der Kia EV4, zumindest in dem Vergleich, den ich hier als Fünftürer ziehe.

Als zweiter Kandidat passt vom Format her sehr gut der Renault Scenic E Tech. Er kommt in der Basis mit einer 60 kWh Batterie und kostet laut Liste 40.500 Euro.

Und als dritter Mitbewerber aus dem VW Konzern habe ich den Cupra Born genannt. Er ist etwa 11 cm kürzer als der Kia EV4 und liegt laut Preisliste in der Basis mit 60 kWh Batterie bei 36.450 Euro.

Wenn du diese Fahrzeuge vergleichst, wirst du schnell merken: Preislisten sind das eine, reale Angebote das andere. Falls du dir für den Kia EV4 selbst einen Marktüberblick verschaffen möchtest, kannst du dir dort ebenfalls einen Eindruck holen: Wenn du dich für den Kia EV4 interessierst, kannst du dir die Leasing Angebote bei LeasingMarkt.de ansehen: https://log42.com/l/ev4 (Affiliate-Link). Gerade bei Elektroautos lohnt sich der Blick auf Laufzeit, Kilometerleistung und darauf, wie Angebote gerechnet sind.

Exterieur

Der Kia EV4 in der Farbe Blue Flame Metallic zeigt sich modern und klar gezeichnet. Er wirkt nicht überstylt, aber auch nicht bieder. Ein schönes Detail am Heck ist das von mir so genannte Starmap Design der Leuchten, denn der Kia EV4 kommt dort mit voll LED Rückleuchten. Die Lichtsignatur beim Entriegeln ist sichtbar und für viele ein kleines Nice to have, weil es dem Auto beim Annähern einen Wiedererkennungswert gibt.

Vorne ist es ähnlich: Schon in der Basis hat der Kia EV4 Voll LED Scheinwerfer. Der Testwagen war zusätzlich mit den optionalen Dual LED Scheinwerfern ausgestattet, also dem Setup, das im Prinzip alles bietet, was man konfigurieren kann. Und genau hier zeigt sich eine typische Kia Stärke: Selbst die Einstiegsversion ist bereits ordentlich bestückt, die Optionen bringen dann eher Feinschliff und Komfort als reine Überlebensausstattung.

Wichtig für die Kaufberatung sind die Ausstattungslinien. Der Kia EV4 wird in Deutschland aktuell in drei Ausstattungslinien angeboten. Es gibt Air als Einstieg, Earth als mittlere Linie, die ich hier fahre, und die GT Line als sportlich gezeichnete Ausstattungslinie. Ende des Jahres soll dann noch ein echter GT nachgeschoben werden, der vermutlich noch sportlicher auftreten wird.

Bei den Rädern ist die Auswahl ebenfalls klar definiert. In der Basis und auch in der Ausstattungslinie Earth steht der Kia EV4 auf 17 Zoll Alufelgen. In der Earth Linie gibt es die Option, auf 19 Zoll zu upgraden. Optisch kann das einen Unterschied machen, aber es gibt einen handfesten Hinweis aus der Praxis: Der Verbrauch steigt dadurch um eine ganze Kilowattstunde pro 100 km an. Wer also Reichweite und Effizienz priorisiert, sollte sich diesen Punkt wirklich in Ruhe überlegen, denn hier entscheidet man nicht nur nach Geschmack, sondern auch nach Physik.

Bei den Lacken ist der Kia EV4 erfreulich großzügig aufgestellt. Er lässt sich in acht unterschiedlichen Farben konfigurieren. Der Testwagen steht, wie erwähnt, in Blue Flame Metallic da.

Am Heck gibt es zudem eine Kleinigkeit, die im Alltag relevant ist: Das Sichtfenster, das der Heckscheibenwischer freimacht, sitzt unterhalb des großen Heckspoilers. Durch Fahrten bei Schmutz und Winterwetter sieht man sehr schnell, wie groß dieser gewischte Bereich in der Praxis wirklich ist. Dazu später unter Assistenzsysteme und Rangieren mehr.

Ausstattung Interieur

Materialanmutung

Im Innenraum empfängt dich der Kia EV4 Earth sehr aufgeräumt. Die Display Einheit wirkt modern, ohne dass man sich erschlagen fühlt. Besonders angenehm finde ich den Stoffeinsatz auf dem Armaturenbrett, weil dadurch der Innenraum wärmer und weicher wirkt. Das ist kein Luxus, aber es ist ein geschickter Trick, um Atmosphäre zu schaffen.

Beim Materialcheck zeigt sich ein Mix, den man in dieser Klasse häufig sieht, der hier aber gut abgestimmt wirkt. Oben am Armaturenbrett gibt es weiche Materialien, weiter vorne auch härtere Kunststoffe. Die weiche Zone zieht sich teils bis in Richtung Tür, wird dort von Ambient Light und einem Stoffeinsatz ergänzt. In den Türen gibt es oben ebenfalls weiches Material, danach einen Kunstlederbereich, dann wieder Stoff Applikationen, und erst im unteren Bereich dominiert harter Kunststoff.

Auch Details fallen auf: Teile sind nicht hochglänzend schwarz, was im Alltag ein echter Vorteil ist. Weniger Fingerabdrücke, weniger Flächen, die nach zwei Wochen aussehen wie eine Disco am Montagmorgen. Die A Säule wirkt optisch hochwertiger, fühlt sich stoffähnlich an, ist aber ebenfalls Kunststoff. Der Himmel ist zwar stoffbezogen, aber nicht unterschäumt, man spürt darunter die Dachpappe. Das klingt hart, ist aber eine nüchterne Einordnung. Dafür passt das Lenkrad wieder gut ins Bild: Es ist mit Leder bezogen und zweifarbig gestaltet. Das wirkt wertig und macht jedes Einsteigen ein bisschen angenehmer.

Ergonomie

Bei der Bedienung punktet der Kia EV4 Earth durch eine Mischung aus Touch und klassischen Tasten. Es gibt am Lenkrad richtige Knöpfe, was ich weiterhin als Vorteil sehe. Links werden unter anderem Fahrmodi und Fahrerinfos bedient, außerdem der adaptive Tempomat. Rechts geht es um das Infotainment. Dazu kommen Schaltwippen, die in diesem Auto keine Schaltwippen sind, sondern Rekuperationswippen. Damit lässt sich die Rekuperation während der Fahrt feinjustieren, was im Elektroalltag tatsächlich relevant ist.

Der Blinkerschalter integriert Lichtfunktionen, der Wischerhebel steuert vorne und hinten. Der Startknopf sitzt tiefer, und über einen Dreh oder Hebel werden die Fahrstufen eingelegt, inklusive einer Lösung für Parken über Druck. Links neben dem Lenkrad sitzen Schalter für elektrische Feststellbremse, Kofferraumklappe und das ESC. Vor dem Türgriff gibt es die dreistufige Sitzheizung und eine zweistufige Lenkradheizung. In der Mittelkonsole sitzen weitere Tasten, darunter Auto Hold, Kamera Aktivierung, Parkpiepser und ein Bergabfahrmodus. Der Warnblinkschalter ist schön zentral, gut sichtbar und gut erreichbar.

Für die Klimabedienung gibt es eine Lösung, die nicht perfekt, aber brauchbar ist. Es gibt physische Wippen, zusätzlich lässt sich über einen Knopf eine Klimaseite ins Hauptdisplay holen. Insgesamt ist das ein Setup, bei dem du nach kurzer Eingewöhnung flott zurechtkommst, ohne ständig in Menüs zu versinken.

Ablagen

Die Ablagen sind ein Mix aus clever und ein bisschen inkonsequent. Die Türtaschen vorne sind eher schmal, die Warnweste passt gut, und es gibt einen Einschub für Flaschen. Ein halber Liter sitzt gut, die Länge dürfte für einen Liter reichen. Es gibt die Griffschale, die rutschfest ausgekleidet ist, also als Ablage nutzbar. Hinter dem induktiven Ladepad findest du zwei Getränkehalter, die sich sogar umfunktionieren lassen. Drückst du auf die Knöpfe, fahren Halterungen aus, inklusive Abstandshalter. Das hält Flaschen gut und klappert beim Fahren nicht störend.

In der Mittelkonsole gibt es außerdem ein weiteres Fach, das allerdings nicht rutschfest ist. Unter der Armlehne sitzt ein Fach mit Trenner, aber auch hier wieder ohne rutschfeste Auskleidung. Das Handschuhfach ist beleuchtet, wird aber durch das Kia Bordmaterial belegt, wodurch der nutzbare Platz schrumpft. Die Make up Spiegel sind beleuchtet, in der Dachkonsole sitzen Leseleuchten vorne.

Soundsystem

Das Infotainment läuft flüssig. Das Fahrerdisplay misst 12,3 Zoll, daneben sitzt ein 5,3 Zoll Display für die Klima, und als Infotainment gibt es nochmals 12,3 Zoll. In der Praxis reagiert das System schnell, ohne spürbaren Verzug.

Unser Fahrzeug ist optional mit dem Harman Kardon Premium Soundsystem ausgestattet. Im System lässt sich die Position einstellen, außerdem gibt es einen dreistufigen Equalizer. Für meine Ohren klingt das System gut, bei höheren Lautstärken könnte es noch etwas differenzierter zwischen Höhen und Mitten sein. Aber unterm Strich ist es gefällig, und es wäre für mich kein Ausschlusskriterium. Eher im Gegenteil: Man kann damit sehr angenehm fahren, ohne dass man nach einer Stunde das Bedürfnis hat, Stille zu abonnieren.

Sitze

Die Sitze sind oben mit Stoff, unten mit Kunstleder bezogen, auf der Sitzfläche perforiert. Der Fahrersitz ist elektrisch verstellbar, der Beifahrersitz muss manuell eingestellt werden. Auf rund 1.000 Kilometern, längste Etappe knapp 200 km, empfand ich die Sitze als bequem. Sie bieten einen Hauch Seitenhalt, nicht sportlich straff, aber ausreichend. Der kleine Haken: Wenn man parallel Premiumfahrzeuge fährt, merkt man natürlich, dass dort noch eine Schippe mehr drin ist. Trotzdem gilt: Ich bin keine Strecke ausgestiegen und hatte Rückenschmerzen oder genervte Sitzknochen. Sitzheizung und Lenkradheizung arbeiten angenehm, gerade bei winterlichen Temperaturen.

Platzangebot und Ausstattung im Fond des Kia EV4

Der Kia EV4 überrascht im Fond mit viel Beinfreiheit. Ich bin 1,80 m groß, der Fahrersitz war auf mich eingestellt, und hinten bleibt ordentlich Platz. Selbst wenn vorne jemand sehr groß ist und die Sitzschiene weit nach hinten schiebt, bleibt hinten noch ausreichend Raum. Das ist eine Stärke dieses Autos.

Der Einstieg nach hinten erfordert allerdings Aufmerksamkeit. Man muss den Kopf ziemlich einziehen, was mit der Dachlinie und dem Türschnitt zusammenhängt. Die Rücksitzbank ist zudem etwas abschüssig, man rutscht beim Hinsetzen ein Stück hinein. Kopffreiheit ist vorhanden, aber wenn man den Kopf zur Seite dreht, schaut man schnell gegen die C Säule, und das Fenster ist ohnehin nicht besonders groß.

Ein weiterer Punkt: Die Füße lassen sich kaum unter den Fahrersitz schieben, auch wenn der Sitz ganz unten steht. Man kommt höchstens mit den Zehen etwas darunter. Das beeinflusst die Beinwinkel, und auf längeren Strecken kann das für manche etwas weniger bequem werden, weil die Beine stärker angewinkelt bleiben.

Bei den Materialien ist es lobenswert konsistent. Die Türtafeln hinten entsprechen im Materialmix den vorderen Türtafeln. Die Türtaschen hinten sind allerdings sehr klein. Ein halber Liter passt gerade so, größere Flaschen werden schwierig.

Zur Ausstattung im Fond gehören dreistufige Sitzheizung für die äußeren Plätze, Haltegriffe mit Kleiderhaken, Einstiegsbeleuchtung ohne echte Leselampenfunktion, Dokumententaschen an beiden Vordersitzen, zwei Luftausströmer hinten und ein Fach in der Mittelkonsole, leider nicht rutschfest. Dazu kommen USB C Anschlüsse an den Sitzen zum Laden der Geräte. Isofix ist zwischen den Polstern untergebracht, die Gurtpeitschen sind starr, was Kindern das Anschnallen erleichtert.

Es gibt eine Mittelarmlehne mit zwei Getränkehaltern, allerdings ohne Abstandshalter. Ein halber Liter wird trotzdem gut gehalten und wackelt nicht. Und als kleines Highlight, das man im Alltag wirklich spürt: Hinten gibt es eine richtige Steckdose. Die Scheiben sind stark getönt und versenken sich fast vollständig, es gibt aber keine Automatikfunktion und damit auch keinen Einklemmschutz. Das tut tatsächlich weh, wenn man kleine Kinder mitnimmt. Dann muss man hier bewusst sein und wirklich aufpassen.

Alles zum Kofferraum vom Kia EV4

Der Kofferraum ist der Bereich, in dem der Kia EV4 meiner Meinung nach am meisten polarisiert. Auf dem Papier klingt es zunächst ordentlich: Der Kia EV4 bietet ein Ladevolumen von 435 Litern. Klappt man die Rücksitzbank um, stehen bis zum Fahrzeughimmel gemessen 1.415 Liter zur Verfügung.

In der Praxis ist die Umsetzung aber, sagen wir es freundlich, gewöhnungsbedürftig. Wer das Auto kauft, sollte sich den Kofferraum wirklich in Ruhe ansehen, denn hier entscheidet nicht nur das Volumen, sondern die Alltagstauglichkeit der Details.

Beginnen wir mit der guten Nachricht: Es gibt eine elektrische Kofferraumklappe im Testwagen, inklusive programmierbarer Öffnungshöhe. Es gibt einen Einklemmschutz oben und unten. Außerdem ist eine Zuziehhilfe vorhanden, und wer die elektrische Klappe nicht hat, bekommt immerhin einen Zuziehgriff.

Jetzt zu den Eigenheiten. Der Sichtschutz ist so gelöst, dass er auf einer Seite oben festgehalten wird und auf der anderen gegen die Dichtung schlägt. Ergebnis: Wenn du etwas aus dem Kofferraum holen willst, musst du dich entweder darunter bewegen oder blind im Kofferraum fischen. Das ist schlicht unpraktisch. Der Sichtschutz lässt sich ausbauen, und unter idealen Bedingungen kann man ihn unter dem doppelten Ladeboden verstauen. Genau dort kommt aber das nächste Problem: Der doppelte Ladeboden lässt sich nicht einfach nach oben klappen, weil er gegen Teile im Heckbereich stößt. Man muss ihn erst ein Stück ziehen, dann kann man ihn aufklappen. Das wirkt im Alltag umständlich.

Unter dem Ladeboden findet sich eine Art Wanne aus hartem Kunststoff. Dort lagen bei mir das Safety Tire Kit, der V2L Adapter und das Typ 2 Ladekabel. Weil es keinen Frunk gibt, landet vieles zwangsläufig hinten, und damit wird das Verstauen des Sichtschutzes oder das flexible Nutzen der Kofferraumebenen komplizierter.

Du kannst den Sichtschutz außerdem eine Etage tiefer legen, verlierst dann aber den Platz für den ganzen Kram, der mangels Frunk irgendwo hin muss. Zusätzlich ist die Ladefläche unten nicht komplett eben, da eine Führungsschiene nach vorne hin ansteigt. Und es gibt Geräusche, wenn Kunststoffteile aneinander arbeiten. Das kann im Stand schon laut wirken und lässt einen kurz denken, irgendwas geht kaputt.

Zur Grundausstattung im Kofferraum gehören eine LED Kofferraumbeleuchtung, Haken und Fächer links und rechts, sowie Zurrösen. Die Zurrösen sind allerdings eher ungünstig gestaltet, ein kleiner Metallstab in Kunststoff eingefasst, wodurch man mit einem richtigen Spannband nicht besonders gut darunter kommt.

Die Rücksitzbank lässt sich vom Kofferraum aus entriegeln. Rechts sitzt der Entriegler für rechts, links für links. Damit entsteht eine ansatzweise ebene Ladefläche. Sie steigt nach vorne allerdings wieder an. Wenn man den Ladeboden tiefer legt, entsteht eine deutliche Stufe im Kofferraum.

Zur Zuladung konnte ich ebenfalls konkrete Zahlen nennen. Laut technischen Daten darf der Kia EV4 384 kg zuladen. Ich habe nachgewogen und kam auf 21 kg weniger. Für die Dachlast sind 80 kg erlaubt. Optional bietet Kia eine Anhängerkupplung. Die Stützlast beträgt 100 kg, was für E Bike Fahrer ein echter Daumen hoch ist. Ziehen darf das Auto mit Anhänger bis eine Tonne, wenn der Anhänger gebremst ist. Ungebremst sind es die üblichen 750 kg. Wichtig: Entscheidet man sich für den kleinen Akku, darf man gebremst nur 500 kg ziehen.

Unterm Strich ist das mein Eindruck: Der Kia EV4 hat vorn und hinten viel Platz, aber der Kofferraum wirkt im Detail unnötig kompliziert. Wer viel lädt, oft Dinge verstaut oder einfach gerne unkompliziert packt, sollte das sehr ernst nehmen. Wer hingegen selten viel Gepäck hat und eher Menschen statt Kisten transportiert, kann damit leben, aber man muss es wissen.

Fahreindruck Kia EV4

Der Fahreindruck des Kia EV4 Earth ist geprägt von Komfort und Ruhe. Man merkt schnell, dass Kia hier kein nervöses Auto bauen wollte, sondern ein Fahrzeug, das dich entspannt ans Ziel bringt. Und genau das kann er ziemlich gut.

Die Fahrleistungen sind absolut ausreichend. Mit 204 PS und dem Elektrotypischen Drehmoment wirkt der Kia EV4 nicht langsam. Der Spurt von 0 auf 100 in 7,7 Sekunden ist kein Rennwagenwert, aber im Alltag fühlt es sich zügig an, gerade beim Durchbeschleunigen aus mittleren Geschwindigkeiten. Ich habe dabei auch Schlupf erlebt, trotz trockener Straße, wenn man wirklich Pedal to the Metal geht. Das zeigt: Frontantrieb plus ordentlich Drehmoment will dosiert werden, wenn man maximale Traktion erwartet.

Das Fahrwerk ist komfortabel abgestimmt. Auf Strecken mit Unebenheiten, bei denen man bei einem straffen Setup sofort etwas im Lenkrad oder im Sitz spüren würde, bleibt der Kia EV4 angenehm gelassen. Die Hinterachse kann akustisch etwas polterig wirken, aber nicht weil es unkomfortabel wäre. Es ist eher ein Elektroauto Effekt: Ohne Motorgeräusch nimmst du Fahrwerks und Abrollgeräusche anders wahr. Unterm Strich ist es ein ruhiges, entspanntes Auto.

Bei Tempo 100 war ich sehr zufrieden. Abrollgeräusche waren gering, Windgeräusche kaum präsent. Bei Tempo 130 steigen die Windgeräusche an, bleiben aber moderat. Die Abrollgeräusche würde ich weiterhin vernachlässigen. Insgesamt kannst du dich gut unterhalten oder telefonieren, ohne die Stimme anheben zu müssen.

Die Lenkung ist präzise, gibt mir persönlich aber zu wenig Rückmeldung. Ich würde mir wünschen, dass sie direkter ist, nicht unbedingt sportlicher im Sinne von hart, sondern direkter und kommunikativer. Das ist ein subjektiver Punkt, passt aber ins Bild: Der Kia EV4 will eher Komfort als Kurvenkönig sein. Trotzdem macht er schnelle Kurven mit, ohne dass das Fahrwerk nervös wird. Auch Lastwechsel steckt er sauber weg.

Sehr angenehm ist die Rekuperation. Du kannst verschiedene Stufen einstellen, bis hin zu One Pedal Driving, bei dem das Fahrzeug komplett zum Stillstand kommt. Wer einmal seinen Rhythmus gefunden hat, fährt damit im Stadtverkehr sehr flüssig.

Zum Verbrauch habe ich es oben schon angerissen, hier noch einmal im Kontext: Angegeben sind 14,6 kWh/100 km und 625 km WLTP Reichweite mit dem 81,4 kWh Akku. In meinem Wintermix lag ich bei 19,8 kWh/100 km. Das ist spürbar drüber, aber im Winter und bei Autobahnanteil nicht überraschend. Für die Erwartungshaltung heißt das: Rechne in der kalten Jahreszeit eher mit Verbräuchen um 20 kWh, wenn du ähnlich fährst. Und ja, Laden im Winter macht weniger Spaß. Der maximale DC Peak von 128 kW ist dabei nicht berauschend. Gleichzeitig gilt: Wer überwiegend urban fährt und vielleicht ein bis zwei Mal im Monat Langstrecke, kommt damit zurecht. Man muss nur ehrlich zu sich selbst sein, wie man das Auto nutzt.

Noch ein Satz zu den Fahrmodi, weil er im Alltag zählt: Es gibt Eco, Normal, Sport, MyDrive und Snow. Das Auto startet immer im Normal Modus. Ich persönlich fände es schöner, wenn man Eco als Default setzen könnte. Im MyDrive Modus lassen sich Motorcharakteristik und Lenkung konfigurieren, außerdem kann der Bremsmodus voreingestellt werden.

Und wenn du jetzt nach Angeboten schauen willst, weil du das Auto grundsätzlich spannend findest: Nochmal schnell die LeasingMarkt.de Leasing Angebote zum Kia EV4 ansehen kannst du hier: https://log42.com/l/ev4 (Affiliate-Link).

Assistenzsysteme

Der Kia EV4 Earth im Testtrimm bringt eine ganze Reihe Assistenz und Komfortfunktionen mit, die den Alltag erleichtern. Besonders positiv ist mir der Totwinkelwarner aufgefallen. Im Spiegelglas sitzt ein Warndreieck, das rot leuchten kann und in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit des heranfahrenden Fahrzeugs etwa drei bis fünf Fahrzeuglängen vorher warnt, bevor sich überhaupt jemand in den toten Winkel schiebt.

Dazu kommt eine Funktion, die ich weiterhin für eine der besten Ideen im Alltag halte: Wenn du den Blinker setzt, erscheint im Cockpit eine Kameraansicht nach hinten, also eine Totwinkelkamera. Beim Spurwechsel siehst du damit live, was neben dir passiert. Das funktioniert auf beiden Seiten und ist gerade auf Autobahnen extrem angenehm.

Der Spurhalterassistent erkennt die Spur, zeigt das mit einem grünen Lenkrad an und hält das Fahrzeug konsequent in der Mitte. Auch bei Autobahnkrümmungen lenkt er mit. Natürlich ersetzt das keine Aufmerksamkeit, aber es ist eine echte Entlastung auf langen Strecken.

Die Verkehrszeichenerkennung hat während meiner Probefahrten gut funktioniert, Unstimmigkeiten sind mir nicht aufgefallen. Das Thema akustische Tempowarnung ist dagegen etwas nerviger gelöst. Das Auto piept bei neuen Limits und bei Überschreitung recht präsent. Es gibt eine Möglichkeit, die akustische Tempowarnung über einen Druck auf die Lautstärkerolle auszuschalten, und man kann sich das Menü auf eine Sterntaste legen, um schneller weitere Pieptöne zu deaktivieren. Das ist machbar, aber nicht so elegant, wie es sein könnte.

Beim Rangieren hilft die 360 Grad Kamera, zumindest so, wie der Wagen konfiguriert war. Sie zeigt Abstände, wechselt je nach Fahrstufe zwischen Front und Heckkamera und blendet Linien ein, damit du deine Position besser einschätzen kannst. Das Rangieren selbst ist angenehm, weil die Servolenkung leichtgängig unterstützt. Der Blick nach hinten ist durch die kleine Heckscheibe und den begrenzten Wischbereich eingeschränkt, dazu gibt es einen toten Winkel, den man aber über den rechten Außenspiegel gut kompensieren kann.

Fazit der Kaufberatung des Kia EV4

Der Kia EV4 Earth ist für mich ein Elektroauto, das vieles richtig macht, weil es sich im Alltag wie ein entspanntes, erwachsenes Auto anfühlt. Komfortables Fahrwerk, ruhiges Abrollen, ordentliche Fahrleistungen, flüssiges Infotainment und ein Innenraum, der durch Stoffeinsätze und Ambient Light eine angenehme Atmosphäre schafft, ohne geschniegelt wirken zu wollen. Dazu ein Fond, der in der Kompaktklasse wirklich viel Platz bietet. Wer häufig Menschen transportiert, wird das schätzen.

Es gibt aber klare Punkte, die du vor dem Kauf ehrlich prüfen solltest. Der Verbrauch kann im Winter deutlich über dem WLTP Wert liegen, in meinem Fall waren es 19,8 kWh/100 km nach 967 km. Das ist nicht dramatisch, aber es verändert die Erwartung an Reichweite und Ladestopps. Die Ladeleistung von maximal 128 kW ist okay, aber nicht spektakulär, und eine Wärmepumpe ist nicht serienmäßig.

Der größte Knackpunkt ist aus meiner Sicht der Kofferraum. Nicht wegen der Literzahl allein, sondern wegen der Detaillösung: Sichtschutz, doppelter Ladeboden, Zugriff, Geräusche, Zurrösen. Wer oft Gepäck, Kinderwagen, Kisten oder Equipment lädt, sollte hier sehr genau hinschauen, ob das zur eigenen Nutzung passt. Ich habe es im Video deutlich gesagt und bleibe dabei: Viel Platz vorne und hinten, und dafür im Heck ein Kofferraum, der unnötig kompliziert wirkt. Wenn das dein Profil ist, also viel Platz in Reihe eins und zwei, wenig Fokus auf Kofferraumperfektion, ist der Kia EV4 ein richtig gutes Auto für dich. Wenn du hingegen ein Kofferraum Mensch bist, der gerne einfach packt und losfährt, dann kann das ein echter Stimmungsdämpfer sein.

Preislich liegt der Testwagen bei ca. 52.150 Euro, der Basispreis des Modells bei 37.590 Euro. Wenn du rund um den Kia EV4 mal reale Konditionen checken willst: Über diesen Link kommst du direkt zu den aktuellen Leasing Angeboten für den Kia EV4: https://log42.com/l/ev4 (Affiliate-Link). Und wenn du die Ausstattung dieses konkreten Fahrzeugs nachvollziehen möchtest, nutze die hinterlegte Konfiguration als PDF: https://ausfahrt.tv/wp-content/uploads/2026/01/kia-configurator-EV4-Earth-20260129.pdf

Am Ende ist der Kia EV4 Earth ein herrlich unaufgeregtes Auto. Er fährt gut, er ist komfortabel, er ist modern ausgestattet, und er kann im Alltag sehr viel richtig machen. Er verlangt nur, dass du vor dem Kauf einmal ganz nüchtern checkst, ob du eher der Mensch für Platz auf der Rückbank bist oder eher der Mensch für Kofferraum ohne Diskussion. Wenn du das für dich sauber beantwortest, kann der Kia EV4 eine sehr stimmige Wahl sein.

Jan 'Kann man machen' Gleitsmann

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